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Mai 2021



Literaturnacht 21.10.2021 im Dreiländereck




Dieser Flyer lud 2007 zur Langen Literaturnacht in die Galerie Steffen Ost in Weissach/BW. Auch ich konnte unter den bekannten baden-württembergischen Autoren mit literarischen Genüssen zum Gelingen und zur Freude des Publikums beitragen. 

Zwischen Bildern und Skulpturen lasen bekannte Autorinnen wie Ulrike M. Dierkes (Stuttgart), Angelika Kleffel (Stuttgart) und Autoren wie Hans-Joachim Albinus (Leonberg), Michael Bomeier (Renningen), Martin Kirchhoff (Leonberg), Rudolf Kreuzer (Stuttgart), Ferdinand Stein (Magstadt) und Kurt von Suso Stuttgart) Werke aus ihren Federn.

Die Besonderheit lag nicht allein in den literarischen Darbietungen der einzelnen Autorinnen und Autoren, sondern auch in dieser erstmaligen Gemeinschaftslesung und Zusammenstellung der genannten Autorengruppe. In mediterranem Ambiente wurden sowohl gegrillte wie auch literarische Happen und geistige Getränke geboten. Es war eine lange Literaturnacht. Die Autorinnen und Autoren lasen abwechselnd bis Null Uhr, begleitet und unterbrochen durch musikalische Pausen. Moderiert wurde die Veranstaltung vom Landesliteraturpreisträger Martin Kirchhoff.

Seitdem hat sich vieles geändert. Wir sind neue Wege gegangen, konnten Erfolge in den unterschiedlichsten Literaturbereichen genießen,

Und das Schöne: Es wird eine Neuauflage geben. Ich freue mich auf das Wiedersehen mit alten und neuen Freunden, auf eine spannende Nacht in Lörrach im Dreiländereck in der Luisenstraße 23 

Informationen folgen.


 

 

"Ein Gedanke, ein Gefühl, ein Wort, ein Text. Unterbrochen durch den Schlaf ist mein Schriftstellergehirn, aber auch dann nachtaktiv wie eine Fledermaus. Gedankenbilder, die in meinen Träumen auftauchen, werden im inneren System fotografiert, ja abgespeichert zu Texten. Die einzig wirkliche Unterbrechung, die Herz & Hirn fordern, heißt Bedürfnisse. Essen, Trinken, Begegnungen, Gedankenpause, Rausgehen und Wiederkommen. Die natürlichen Feinde schriftstellerischer Gedanken und schöpferischer Tiefgänge heißen Telefon, Wecker, Informations- und Reizüberflutung. Denn auch diese wollen organisiert und kanalisiert werden, damit sie nicht zum Störfall werden. Nichts ist schlimmer für einen Denker und Dichter, als aus  einem Satz, einem gerade angedachten Zusammenhang gerissen zu werden. So entstehen Texte, Wachsen und Werden, Werk und Wert des Poeten."

(Ulrike M. Dierkes, 2006)
 







Das Geheimnis des Schreibens:
 
in einer Mainacht
schrieb ich
im Traum
eine neue Lyrik
 
ich träumte,
ein Freund
hätte mir
die Nachricht
überbracht,
 
eines meiner
Gedichte sei
in einer Zeitung
erschienen.
 
Im Traum besorgte
ich mir sofort das
Blatt und las mein
Gedicht, das mir
bis dahin selber
unbekannt war.
 
Vielleicht ist es ja so,
dass Traumbilder
zu Werken werden,
ein Musiker in seinen
Träumen komponiert,
 
und meine Feder
Träume verarbeitet
die das Universum,
mir schickt.
 
(Ulrike M. Dierkes,
17. Mai 2015)




 
und ein Text aus 2021:

Gedanken sind frei

Hilfe,
jetzt ist er zum Fenster raus
- mit dem Schlaf ist es aus

Eigentlich wollte ich nur...
da flog er von dannen  
war schon auf dem Flur

ich wollte ihn eigentlich überdenken,
bearbeitet in wohlfeile Bahnen lenken

doch beim Versuch
ihn wieder einzufangen

ist gründlich etwas daneben gegangen.

Ich schließe das Fenster,
mach die Türe schnell zu

nun habe ich erstmal meine Ruh.

Beim Frühstück plagt mich mein Gewissen,
ich hatte gerade ins Brötchen gebissen

nee, denke ich, kannste so nicht lassen
aber was kann ich tun? Nicht zu fassen.

Ich wähl' mich kurz ins Universum ein:
"Plies hold se Lein, Plies hold se Lein"

ich übe mich jetzt in Geduld,
da muss ich jetzt durch,

selbst schuld

"Please hold the Line...
wir sind gleich für sie da..."
hurra!

Es meldet sich nach einiger Zeit:
"Universum. Abteilung Zeitvertreib".

Ich schildere kurz mein Possenstück

jemand sagt:
"Keine Angst, wir schicken alles zurück!"

"ach du Sch..." höre ich mich sagen
dabei wollte ich doch lediglich fragen...

"Jetzt ist es zu spät,
  wer Gedanken sät...
  Wir weisen zum Glück
  alles an den Absender zurück"

Ist ja nicht zu fassen.

"Nicht schlimm!", sagt die Stimme, "einfach lassen!"

Am nächsten Tag klingelt's
mich aus dem Traum,
ich raus aus dem Bett, hinein in den Raum
schnell an den Tag ein Stoßgebet.
"Post! Ein Paket!"

Ich schaue mich selber fragend an,
"Ich stell's auf die Treppe", ruft ein Mann

Ein Blick auf den Absender
da steht nur: "zurück!"

Da habe ich ja nochmal richtig Glück

Es entweicht ein Gedanke

der mir bekannt
zurück an mich, von unbekannt.

(Ulrike M. Dierkes, 5/2021)  
 



Regentropfen


Das Wetter hielt sich
an die Vorhersage


es ergießt sich
als Regen
in einer Ansammlung
zahlreicher Tropfen
pünktlich über das Land


Ich hatte mich
niedergelassen
und schrieb,

in Gedanken
versunken,


einen Brief,


genauer gesagt
an einen der
Regentropfen


ich war sicher,


er würde mir schon
die Zeit vertreiben


und schrieb, den
herabfallenden
Regentropfen
zuhörend,


einen Brief,


während der Regen
mit seinem eigenen
Echo auf Blech
eine eigene Melodie
komponierte,


Kleine Wassermusik


als meine Gedanken,
Worte und Sätze
plötzlich von einem
herabfallenden Tropfen
auf mein
wasserfestes Blatt
getroffen und unterbrochen
wurden

Zuerst dachte ich



es sei eine Träne

und es hätte mich
gewundert,


wenn mich meine
eigenen Gedanken
zu Tränen gerührt
hätten


die das Blau
meiner Augen
widerspiegeln


dann sah ich,   

dass es viel mehr
als ein Tropfen

oder eine Träne

 war

es war eine
Tintenfee
die sich auf
meinem wasserfesten


Papier
niederließ


ich schrieb weiter,
um sie herum

ich schrieb
das Graue
vom Himmel


und hoffte,
dass es blau
werden würde,


so blau
wie meine Augen
und die der
Tintenfee


(Ulrike M. Dierkes, 2007)



Frühling am Aasee in Münster, meiner Geburtsstadt





Frühling


warte schon

seit Eises Zeiten

hochgeschlagen

meinen Kragen

kuschelig im Fell

Wärme mich noch

in des Bettes

hoch erhitzter Decke

träume heimlich

still und leise

von Osterglocken

und Narzissen

in den hocherhitzten

Kissen

Lieber Frühling,

Schnee und Glocken

Lasst mich nicht

als Häschen

hocken

halberstarrt

in Eis und Fell

zwischen Rand und Resten

Erstes

Frühlings-Rendezvous

Erste Schmelze

Himbeersahne

Lecke mir am Himbeereis

alleine meine Zunge heiss


(Ulrike M. Dierkes, März 2006)


Frühling auf der Lahnhöhe 2021



Februar 2021 am Rhein





Winter am Dreifelder Weiher Januar 2021





Eisbeeren am Dreifelder Weiher 2021







Ulrike 00.00.0000, 00.00

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Gabriele


Liebe Frau Dierkes,

nun habe ich >Schwestermutter< zu Ende gelesen und möchte sagen, dass mich gerade die letzten Seiten sehr bewegt haben. Das ist das persönliche Schicksal, es immer mit sich herum zu tragen - eine Lebensaufgabe, die man annehmen muss. Sie tun es auch stellvertretend und das finde ich sehr großartig. Ich fühle mich dadurch verbunden.-danke.

(G.F., 24.05.2020)



24.5.2020-18:36
Alexandra.
Ich möchte nicht schleimen. Will Ihnen nicht sagen welche Bücher ich von Ihnen gelesen habe. Oder Sie bemitleiden. - Ich möchte Ihnen lediglich sagen, das ich es gut finde, das Sie existieren, leben & überlebt haben. Die Welt braucht Menschen wie Sie. - Menschen die den Mund auf machen. Lassen Sie ihn sich bitte niemals verbieten.

Liebe Grüße.
13.12.2011-13:23
Maria
Hallo Frau Dierkes!...gerade habe ich Ihr Buch zu Ende gelesen... Ich bewundere Sie sehr, für Ihren Lebensmut, dass Sie nie aufgehört haben zu kämpfen und ein Zeichen setzen! Da ich selber in der Nähe von Münster lebe, kann ich die Beschreibungen, Ignoranz und das Weggucken der Münsterländer, so gut nachvollziehen... Wie wunderbar, dass Sie immer an sich geglaubt haben!!!!!! Auf dass es mehr Menschen gibt, die sich trauen etwas zu sagen, nicht wegsehen,kämpfen und gewinnen.

Sie haben so viel getan und erreicht, ich wünsche Ihnen für alles weitere genauso viel Kraft, Mut und starke Menschen an Ihrer Seite!
Viele Grüße aus dem Münsterland, Maria.
8.11.2011-1:24
Andrea
Liebe Frau Dierkes

Ich kaufte Ihr Buch Schwestermutter vor paar Wochen, habe mir das Buch aber nicht gleich zum lesen hingelegt. Ich schätze, ich wusste warum.

Dieses Buch ist so schonungslos,"grausam" geschrieben, hinsichtlich dessen, was Inzestkinder und deren Mütter selbst heute noch, in unserer Ach so aufgeschlossenen Gesellschaft erdulden müssen... Ich brauchte 3 Anläufe bis ich Ihre Buch zu Ende lesen konnte. Es hat mich zutiefst betroffen gemacht. Ich bewundere aber auch Ihren Mut, Ihre Kraft und Durchhaltewillen, nicht unterzugehen,sondern für Ihre Rechte zu kämpfen. Ihr Recht zu leben, zu lieben und geliebt zu werden.

Frau Dierkes, ich wünsche Ihnen und Ihrer Stiftung alles erdenklich Gute, Kraft und Durchhaltewillen, all jenen zu helfen, die nicht soviel Lebensmut in sich tragen, wie Sie es in sich hatten und noch immer haben.

Liebe Grüsse aus der Schweiz, Andrea
7.7.2011-13:42
Isabella
Liebe Frau Dierkes!
Ich bin nicht durch Zufall auf ihr Buch gestoßen.
Vor etwa einem Monat erzählte mir meine Mutter, dass ich eine Schwester habe, die auch meine Tante ist. Als erste Reaktion habe ich Bücher zu dem Thema gesucht und bin sofort auf Ihres gestoßen.
Es hat mich wirklich sehr berührt und mir sehr weitergeholfen!
Vielen Dank!
19.10.2010-18:02
RSS 2.0 RDF 1.0 Atom 0.3