Herzlich Willkommen auf meinem Autorenblog

Herzlich willkommen...

auf dem Autorenblog der Autorin



Regentropfen


Das Wetter hielt sich
an die Vorhersage


es ergoss sich
als Regen


in einer Ansammlung
zahlreicher Tropfen
pünktlich über das Land


Ich hatte mich
niedergelassen
und schrieb,


in Gedanken
versunken,
einen Brief,


genauer gesagt
an einen der
Regentropfen


ich war sicher,
er würde mir schon
die Zeit vertreiben


und schrieb, den
herabfallenden
Regentropfen
zuhörend,


einen Brief,
während der Regen
mit seinem eigenen
Echo auf Blech
eine eigene Melodie
komponierte,


Kleine Wassermusik
als meine Gedanken,
Worte und Sätze
plötzlich von einem
herabfallenden Tropfen


auf mein
wasserfestes Blatt
getroffen und unterbrochen
wurden


Zuerst dachte ich
es sei eine Träne
und es hätte mich
gewundert,
wenn mich meine
eigenen Gedanken
zu Tränen gerührt
hätten


die das Blau
meiner Augen
widerspiegeln


dann sah ich,
dass es viel mehr
als ein Tropfen
oder eine Träne
war


es war eine
Tintenfee
die sich auf
meinem wasserfesten
Papier
niedergelassen hatte


ich schrieb weiter,
um sie herum,
ich schrieb
das Graue
vom Himmel


und hoffte,
dass es blau
werden würde,


so blau
wie meine Augen
und die der
Tintenfee


(Ulrike M. Dierkes, 2007)







Schloßpark

wo Bäume ungehindert in den Himmel wachsen,
Gedanken wie Ranken daran emporsteigen,
wo Wolken ungestört ihre Bahnen ziehen, durch
nichts aufzuhalten,


wo nur die Jahreszeiten ihr Tempo vorgeben und
im Zusammenspiel mit Sonne und Wind wirken.


Sich durch nichts bestimmen lassen, als der Natur
zu folgen, ihren Gesetzen und ihrer Kraft.


Im Garten der Gedanken und der Entschleunigung
darfst Du Dich aufhalten, so lange Du willst,
inspirieren lassen und aus der Endlosigkeit,

der Zeitlosigkeit und Unerquicklichen aus dem
Angebot der Natur schöpfen, wonach Deiner Seele
ist.


(Ulrike M. Dierkes, Mai 2018
 Foto: Schloßpark Bendorf Sayn - Ulrike M. Dierkes)  




Das Geheimnis
des Schreibens


in einer Mainacht
schrieb ich
im Traum
eine neue Lyrik


ich träumte,
ein Freund
hätte mir
die Nachricht
überbracht,


eines meiner
Gedichte sei
in einer Zeitung
erschienen.


Im Traum besorgte
ich mir sofort das
Blatt und las mein
Gedicht, das mir
bis dahin selber
unbekannt war.


Vielleicht ist es ja so,


dass Traumbilder
zu Werken werden,


ein Musiker in seinen
Träumen komponiert,


und meine Feder
Träume verarbeitet
die das Universum,
mir schickt.



(Ulrike M. Dierkes,
17. Mai 2015)



Jetzt aber...

...wo gestern noch
frostige Eiskristalle
Fenster schmückten



träume ich mich durch
zugeeiste Scheiben an
entfernte Orte der Liebe,



wo nur die Liebe
uns kennt,



uns nicht mal
die Ansprüche an uns
selbst aufspüren,
damit wir
besser funktionieren,



wir allein, wir selbst,
begegnen - berühren,
erleben, genießen.



Wir nehmen uns (an),
wie wahr ist, was zählt,
wie der Augenblick
des Glücks mit dir.



Du und Ich sind Wir,
blaue und braune Augen,
Deine und meine Stimme,
Körper und Seelen, alles,
was gefällt ist uns wichtig.



Wir geben uns
Raum und Zeit,
wie zarte Pflänzchen des
Tages und der Nacht, wir
nehmen uns an wie die
Sonne den Schatten, wie
weiche Kissen harte Böden,
das Dasein der Realität.



Wir brauchen kein
blaues Band, unsere Gefühle
im Frühling an uns zu binden,
wir lassen unsere Liebe als

Lust durch die Lüfte flattern,
als käme sie dadurch zurück,
indem sie uns sucht.



Gräser wachsen da,
wo wir uns lieben
so gut wie gar nicht,
braucht der Frühling kein Gras.



(Ulrike M. Dierkes, 3/2009)


---


Kein Kind von Traurigkeit



Weltschmerz?
Dass ich nicht lache!


Bin ich traurig, dass es mich gibt?
Dass man mich nicht liebt, macht
mich frei, denn mein Herz schlägt
für mich selbst, & die, die ich liebe


Mein Herz kann ich verschenken,
aber meinen Kopf nicht verlieren
niemand, ausser mir, beherrscht ihn
so wie ich, durchdacht, in Gedanken
verloren, aber meine Seele ist mein
Besitz, bleibt Eigentum.


Den Kopf hängen, die Seele baumeln
zu lassen, kann auch eine Kunst sein
Überlebenskunst, zeugt von Können
sie können nichts, nicht meine Seele
amputieren, mich nicht köpfen oder
rückgängig machen.


Ich halte mich an das Grundgesetz,
nämlich die Grundverfassung des
21. Jahrhunderts


„Sie wird Melancholie heißen“,
prophezeien Berliner Kuratoren,
„Melancholie hat nichts gemein
mit Depression, Depression ist
ein Leiden, Melancholie Chance“.


So danke ich denen, die mich mir,
& meinem Leben geschenkt haben
und damit der Chance zu mir selbst.


(Ulrike M. Dierkes, 2006)


Geschrieben anlässlich der
Melancholie-Ausstellung Berlin
Melancholie
Genie und Wahnsinn in der Kunst
17.2. – 7.5. 2006
Neue Nationalgalerie
Kulturforum Potsdamer Platz


veröffentlicht in der Frankfurter Bibliothek, 2006




39. Kostümball

erstaunlich,

aber an manchen Stoffen
scheint die Zeit
spurlos vorüber zu ziehen


jemand zieht an den Fäden
seines Kostüms,
sonst nichts verzogen?


Ausnahme-Erscheinungen!
In Kostümen, langen Schlangen,
die sich aneinanderreihen
ein Lächeln öffnet Türen
und manchmal auch mehr


Sekt & Selters


schallendes Lachen am Ende
warum lacht der denn so?
Ausnahmezustand
auf dem Parkett des Lebens
"Raspeln Sie nicht soviel Süßholz,
das erhöht meinen Blutzuckerspiegel"



Auf dem Ball der Narren
(er)trägt die Nacht
ihr schönstes Kleid,
Stoffe aus Samt und Sonders,
geschmückt mit Strass
rauschen über's Parkett


doch nicht alle Lippenbekenntnisse
sind so wahr, wie sie klingen
wie so oft im Leben trügt er,
der Schein



glänzt mit falschen Angaben,
plötzlich roch's so komisch
an unserem Tisch
eine Luft-Schlange
(nicht Luft-Schlampe)
war ins Windlicht geraten
und hatte Feuer gefangen


wir sahen uns an
wussten gar nicht,
dass das so verkohlt
riecht


Verschwörungstheorien
machten die Runde


"Mach das doch mal aus!"



Plötzlich ist es stockdunkel
wo waren wir doch gleich


stehen geblieben?


(Ulrike M. Dierkes, 2008)




Valentinstag



Was wär' ich

ohne dich??

Na logo: ich!

  • mit (m)einem

  • Herz


Herz aus Glas?

Herz an Herz

Tulpe an Tulpe

nicht nur an

bestimmten Tagen


Ein

Herz, das liebt

braucht weder

Rosen, Tulpen

oder Nelken??


teilt aber gern

die Freude an

Blumen


Tage und Rituale

oder Rituale an

bestimmten Tagen?


Es grüßt und freut

sich die Industrie

der Blumenhändler

und Floristen


Ich mache mit, wie

immer, erfreut über

Rosen oder Tulpen


Blütenblätter in Rot

und Weiss mit Eis-

Kristallen, immer-

während


Mein Herz zergeht

mir auf der Zunge


(Ulrike M. Dierkes)






Winter am Dreifelder Weiher







15. UNICEF-Jubiläums-Gala
am 24.11.2017 im Maritim-Hotel in Köln

Zum 15. Jubiläum der Gala des Kinderhilfswerks
der Vereinten Nationen kamen prominente Gäste
wie Prinz Maximilian zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg
mit Prinzessin Franziska – und zahlreiche Vertreter
der Kölner Gesellschaft, von Kölns Bürgermeister
Hans-Werner Bartsch mit Gattin Josefine, über Lilli
und Dieter Morszeck – bis hin zu „Lindenstraße“-
Schauspielerin Marie-Luise Marjan. Gast war auch
Ulrike M. Dierkes, Trägerin des Bundesverdienst-
kreuzes und Vorsitzende des M.E.L.I.N.A e.V.


**********************************




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Meine Lyrik "Schweigestunden"
erschien in der Bibliothek Deutschsprachiger Gedichte

Schweigestunden

Das ist die Summe
vieler Augenblicke

Das ist die Summe
nichtbeantworteter
Anrufe & Briefe

Das ist die Summe
nicht genutzter
Chancen

Das ist die Summe
der nie geführten
Gespräche

Das ist die Summe
des
Aneinander-vorbei

In Aufzügen
am Arbeitsplatz
in Stadtbahnen

Das ist die
Nichtkommunikation
in einer Zeit

zwischen
Informationsüberfluß
Nachrichtenüberdruß
und Ladenschluß

Kurz:
der Absagen
an die Zeit

(Ulrike M. Dierkes, 2000)


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Nickname 08.03.2017, 21.07| PL | einsortiert in: | Tags: Ulrike M. Dierkes, Bundesverdienstkreuz, Webblog,

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Masato
Interessanter und unterhaltsamer Blog!
Lassen Sie sich nicht verbiegen!
Grüße!
20.3.2012-12:05
Alexandra.
Ich möchte nicht schleimen. Will Ihnen nicht sagen welche Bücher ich von Ihnen gelesen habe. Oder Sie bemitleiden. - Ich möchte Ihnen lediglich sagen, das ich es gut finde, das Sie existieren, leben & überlebt haben. Die Welt braucht Menschen wie Sie. - Menschen die den Mund auf machen. Lassen Sie ihn sich bitte niemals verbieten.

Liebe Grüße.
13.12.2011-13:23
Maria
Hallo Frau Dierkes!...gerade habe ich Ihr Buch zu Ende gelesen... Ich bewundere Sie sehr, für Ihren Lebensmut, dass Sie nie aufgehört haben zu kämpfen und ein Zeichen setzen! Da ich selber in der Nähe von Münster lebe, kann ich die Beschreibungen, Ignoranz und das Weggucken der Münsterländer, so gut nachvollziehen... Wie wunderbar, dass Sie immer an sich geglaubt haben!!!!!! Auf dass es mehr Menschen gibt, die sich trauen etwas zu sagen, nicht wegsehen,kämpfen und gewinnen.

Sie haben so viel getan und erreicht, ich wünsche Ihnen für alles weitere genauso viel Kraft, Mut und starke Menschen an Ihrer Seite!
Viele Grüße aus dem Münsterland, Maria.
8.11.2011-1:24
Andrea
Liebe Frau Dierkes

Ich kaufte Ihr Buch Schwestermutter vor paar Wochen, habe mir das Buch aber nicht gleich zum lesen hingelegt. Ich schätze, ich wusste warum.

Dieses Buch ist so schonungslos,"grausam" geschrieben, hinsichtlich dessen, was Inzestkinder und deren Mütter selbst heute noch, in unserer Ach so aufgeschlossenen Gesellschaft erdulden müssen... Ich brauchte 3 Anläufe bis ich Ihre Buch zu Ende lesen konnte. Es hat mich zutiefst betroffen gemacht. Ich bewundere aber auch Ihren Mut, Ihre Kraft und Durchhaltewillen, nicht unterzugehen,sondern für Ihre Rechte zu kämpfen. Ihr Recht zu leben, zu lieben und geliebt zu werden.

Frau Dierkes, ich wünsche Ihnen und Ihrer Stiftung alles erdenklich Gute, Kraft und Durchhaltewillen, all jenen zu helfen, die nicht soviel Lebensmut in sich tragen, wie Sie es in sich hatten und noch immer haben.

Liebe Grüsse aus der Schweiz, Andrea
7.7.2011-13:42
Isabella
Liebe Frau Dierkes!
Ich bin nicht durch Zufall auf ihr Buch gestoßen.
Vor etwa einem Monat erzählte mir meine Mutter, dass ich eine Schwester habe, die auch meine Tante ist. Als erste Reaktion habe ich Bücher zu dem Thema gesucht und bin sofort auf Ihres gestoßen.
Es hat mich wirklich sehr berührt und mir sehr weitergeholfen!
Vielen Dank!
19.10.2010-18:02