Ulrike M. Dierkes

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Ulrike M. Dierkes

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Mauer-Werk






 





Rosenlyrik



Rose,
du Naturschönheit


 

Königin

im grünen Kleid

 Ausdruck
zarter Eleganz

 

Dir allein gilt
Elfentanz

 

wenn aus Gräsern
Nebel steigen


 

erste Elfen sich
verneigen

 

Dich mit Frische
zu benetzen
Diademe aufzusetzen

Perlen
Schimmer

 

leicht wie Tau
im sommerlichen
Morgengrau

 


Dreht sich alles
ums Famose
Dasein einer
stolzen Rose.



(Ulrike M. Dierkes)


Herbstvögel





Herbstvögel



Herbst



hast mal wieder alles

auf die Waage gelegt



Raben haben letzte

Baumfrüchte geholt



Sind in Horden über die

letzten Rüben hergefallen



während die Singvögel

in Scharen davonflogen



Manche sind

in die Salons eingezogen,



manche in den warmen Süden

geflogen...geflohen



Lyriker versammeln sich

in den Schriftstellerhäusern



um das Gehörte aufzuschreiben

und das Geschriebene auch im



Gespräch zu verarbeiten.

Sie ziehen wie Singvögel



in Scharen wie Raben

 im Dunkeln in die Dichterclubs



in die Kulturvereine

in die Szenestätten



in die Lyrikhäuser

Wie seltene Vögel



zum Gedankenaustausch

eine eigene Sprache



zu pflegen und wieder

auseinander zu flüchten



zu formulieren

und zu interpretieren


(Ulrike M. Dierkes, 1999)

 

 


Sternreich


Die meisten
neuen Tage
liebe ich
wie die Nächte
vor ihnen.


Die meisten
neuen Nächte
liebe ich
wie die Tage
nach ihnen.


Würde Frust
leuchten
wie ein Stern
wäre ich sternreich


Tag und Nacht
haben nicht verdient
gehasst zu werden
wie die Menschen


die sie
(zu dem)
gemacht haben


was sie sind

(Ulrike M. Dierkes, Juli 2004)


Frankfurter Bibliothek, 2004

 


 
 

Herbstreigen

 



Da liegt er

der nahe Friedhof ruht

der nahe Friedhof ruft.

Herbstfriedhof,



Herr an Herr

wie friedlich

sie alle

daliegen



Letzte

Herrnversammlung

Alle in Reih

und Glied.



Kein Unterschied


Nie mehr.



(Ulrike M. Dierkes)

 

 

 
 

Herbstseele


 

Seele im Herbst



Herbst hat
bunte Blätter
gestreut



auf Herz und
Seele



Botschaften
an Herbstwesen,



aus tropischen Tropfen
wurde
Regen im Herbst



noch glüht
der
Lampionstrauch


neben
orangefarbenen
Zierkürbissen



dekorieren
die Seelen
im Herbst



Der nahe
Friedhof
ruht.



(Ulrike M. Dierkes, 10/2006)  


Ulrike M. Dierkes 10.09.2010, 20.50 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: | Tags: Lyrik von Ulrike M. Dierkes

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Masato
Interessanter und unterhaltsamer Blog!
Lassen Sie sich nicht verbiegen!
Grüße!
20.3.2012-12:05
Alexandra.
Ich möchte nicht schleimen. Will Ihnen nicht sagen welche Bücher ich von Ihnen gelesen habe. Oder Sie bemitleiden. - Ich möchte Ihnen lediglich sagen, das ich es gut finde, das Sie existieren, leben & überlebt haben. Die Welt braucht Menschen wie Sie. - Menschen die den Mund auf machen. Lassen Sie ihn sich bitte niemals verbieten.

Liebe Grüße.
13.12.2011-13:23
Maria
Hallo Frau Dierkes!...gerade habe ich Ihr Buch zu Ende gelesen... Ich bewundere Sie sehr, für Ihren Lebensmut, dass Sie nie aufgehört haben zu kämpfen und ein Zeichen setzen! Da ich selber in der Nähe von Münster lebe, kann ich die Beschreibungen, Ignoranz und das Weggucken der Münsterländer, so gut nachvollziehen... Wie wunderbar, dass Sie immer an sich geglaubt haben!!!!!! Auf dass es mehr Menschen gibt, die sich trauen etwas zu sagen, nicht wegsehen,kämpfen und gewinnen.

Sie haben so viel getan und erreicht, ich wünsche Ihnen für alles weitere genauso viel Kraft, Mut und starke Menschen an Ihrer Seite!
Viele Grüße aus dem Münsterland, Maria.
8.11.2011-1:24
Andrea
Liebe Frau Dierkes

Ich kaufte Ihr Buch Schwestermutter vor paar Wochen, habe mir das Buch aber nicht gleich zum lesen hingelegt. Ich schätze, ich wusste warum.

Dieses Buch ist so schonungslos,"grausam" geschrieben, hinsichtlich dessen, was Inzestkinder und deren Mütter selbst heute noch, in unserer Ach so aufgeschlossenen Gesellschaft erdulden müssen... Ich brauchte 3 Anläufe bis ich Ihre Buch zu Ende lesen konnte. Es hat mich zutiefst betroffen gemacht. Ich bewundere aber auch Ihren Mut, Ihre Kraft und Durchhaltewillen, nicht unterzugehen,sondern für Ihre Rechte zu kämpfen. Ihr Recht zu leben, zu lieben und geliebt zu werden.

Frau Dierkes, ich wünsche Ihnen und Ihrer Stiftung alles erdenklich Gute, Kraft und Durchhaltewillen, all jenen zu helfen, die nicht soviel Lebensmut in sich tragen, wie Sie es in sich hatten und noch immer haben.

Liebe Grüsse aus der Schweiz, Andrea
7.7.2011-13:42
Isabella
Liebe Frau Dierkes!
Ich bin nicht durch Zufall auf ihr Buch gestoßen.
Vor etwa einem Monat erzählte mir meine Mutter, dass ich eine Schwester habe, die auch meine Tante ist. Als erste Reaktion habe ich Bücher zu dem Thema gesucht und bin sofort auf Ihres gestoßen.
Es hat mich wirklich sehr berührt und mir sehr weitergeholfen!
Vielen Dank!
19.10.2010-18:02