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Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Lyrik

LyrikSommer

Sommerlyrik




                                                           Foto: Ulrike M. Dierkes




Still ist

der Abend geworden


Still
naht
die laue Sommernacht


elegant: tintenblau


Still
entnehme ich ihr
meine Feder
eintauchend


Satz für Satz.


Will
nicht
mit elektrischem
Silbenhagel
ihre Stille
zerstören.


Will
dir schreiben
was ich denke
was ich fühle
was ich meine


Will
ihr danken
und
dem Froschkonzert
lauschen


das sie mir
durch geöffnete
Fensterflügel
zuträgt


und den
Mitternachtskirchglockenschlag
akzeptieren.


(Ulrike M. Dierkes)




 

Sommer´s Zeit

37 °
nicht nur im ZDF.


Mein Schirm steht
auf Sommer! gelb
Fransen im Wind,
ein glühender
Verehrer der Sonne
kraft Sonnenenergie


Helle Sterne und
lange laue Näch(s)te
auf dem Balkon.


Ich fliehe in ein Bad
immer auf der Suche
nach einer Quelle,
einem Ursprung ins
kühle Nass und ziehe
Bahnen.


Nicht allein
mir, auch anderen steht
das Wasser bis zum
Hals.


Der ganze Stadtteil
trifft sich, leicht be-
deckt, bekleidet als
Gast des Bades, in
einem Anzug wie es
die Saison diktiert,
um Hüllen fallen zu
lassen. Sehen und zu
werden, erkennend
gesehen worden sein.


(Ulrike M. Dierkes)



*****

Brennende Luft

 



                                                                                 Foto: Ulrike M. Dierkes




glühende Sonne
über der Stadt




auf heissem
Pflaster
verbeugt oder verbiegt
sich der Asphalt
unter der Sonne




auch die Sohle
der Sandale
löst sich
von der Hitze



Uhren bleiben
stehen, Zeiger
legen eine Pause
ein




selbst die
Sommerzeit
möchte
hitzefrei




wird Zeit für
ein neues Herz
Grillen
halten zirpend
inne
SaitenWaisen
Weisen




Sommerpause




Silber
Schönheit
im Sommer




sucht
anlaufend
erfrischende
Brunnen




(Ulrike M. Dierkes, 2006)






Regenbogen über Rhein,                             Foto:   Ulrike M. Dierkes





Regenbogen

Die Sonne

macht

einen Bogen


um den Regen!

Sie feiern

ein Ritual:


ihr Rendezvous

die voneinander

und immer wieder

aufeinander treffen.

So nimmt eine Liebe

ihren Lauf

eine Auswirkung beginnt.


Wenn der Regen

mit der Sonne...

sich auf Biegen und Brechen

trifft und vereint

sprechen Wolken Bände.

Wenn Licht

In Regentropfen dringt

und alles durcheinander

bringt

sich Tropfen heiss

durchqueren lassen...


dann sieht man

was war.


Die Sonne

machte einen Bogen

um den Regen.

Triumphale Folge:

Regenbogen



(9/1988, Ulrike M. Dierkes)

-----




Wolkenbruch


haben Sie schon mal

mit den Wolken

gebrochen?


Ich meine nicht,

ob Sie sich nach

einer rauschenden

Ballnacht unter freiem

Himmel übergeben haben,


sondern so richtig

Krach mit den Elementen

zwischen Himmel und Erde

hatten?


Ich nicht.

Ich liebe den Himmel,

bei Tag und bei Nacht.

Blitz und Donner,

Eis und Schnee,

den Mond und die Sterne,

Regen und Sonne.


Gestern hat es

wolkenbruchartig

geschüttet,


als schütte der Himmel

sein Herz aus:

Frust und Tränen,

Trauer und Leid,

Schmerz und Seelen-Qualen.



Ich war gerade

auf dem Weg

ins Kino,


ich spannte meinen roten

Regenschirm auf,

unter die Wolken,

und legte meine


Arme schützend


um die Regentropfen,

damit sie nicht nass

 wurden und ungeschützt

im Regen standen.


Würde ich nämlich

wiederkommen, dann

als Regentropfen.


(Ulrike M. Dierkes)

 


Nickname 08.06.2014, 21.10 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Lesungen in Galerien





„Wenn Ulrike M. Dierkes und Peter Lindemann gemeinsam aus ihren Werken lesen, dürfen sich die Besucher auf eine Veranstaltung mit Niveau und großem Unterhaltungswert freuen“, sagt Galerist Georg N. Raber und fügt augenzwinkernd hinzu: „Zwischen den zahlreichen Karnevalsveranstaltungen in dieser Zeit dürfte dies eine überaus reizvolle Abwechslung und spannende Alternative werden.“




Ulrike M. Dierkes & Peter Lindemann


Ernstes und Heiteres
Lyrik & Prosa
(kleine Geschichten)




Sonntag, 7. Februar, 16 Uhr



Ulrike M. Dierkes (geb. 1957 in Münster/Westf.) und Peter Lindemann (geb. 1943 in Wiesbaden) haben manches gemeinsam. Beide waren und sind journalistisch tätig und beide können auf erfolgreiche Veröffentlichungen verweisen.


Dierkes, die 1983 ihre allererste Lesung in der Bendorfer Galerie hatte, hat drei Bücher veröffentlicht; zahlreiche ihrer Gedichte stehen in der Deutschen und Französischen Nationalbibliothek, sowie in der National Library of Congress in Washington. Darüber hinaus erhielt sie  für ihr soziales Engagement als Gründerin eines Vereines für Inzestopfer das Bundesverdienstkreuz am Bande der BRD.


Lindemann, 1. Platz beim Kunstpreis Lotto Rheinland-Pfalz (2004) und Leiter der Schreibwerkstatt der VHS Bendorf hat einen Gedichtband herausgegeben.


Mit Gedichten und kleinen Geschichten zum Schmunzeln, aber auch zum Nachdenken wollen die beiden Autoren in der gemütlichen Atmosphäre der Galerie „Hinter Lenchens Haus“ ihr Publikum unterhalten.


Für eine anspruchsvolle musikalische Begleitung sorgt der Gitarrist Claudius Reischl (Koblenz), der sich bereits mit einigen begeisternden Auftritten in Bendorf in die Herzen der Zuhörer spielte.



Der Eintritt zur Lesung ist frei,

um einen freiwilligen Beitrag zur Bestreitung der Unkosten wird gebeten.




Galerie Hinter Lenchens Haus, 56170 Bendorf

Nickname 10.01.2010, 22.07 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Gala des Humors



Liebe Freunde der Galerie Ost,


 

am 18. September findet ein besonderes Event statt, zu dem ich Sie hiermit herzlich einlade. Genießen Sie den Leonberger Spätsommer in ungezwungener Atmosphäre, erleben Sie Kunst und Künstler von Rang und Namen in der Galerie Ost. 

 

 

Der Titel "Kabarett-Gala 44" deutet darauf hin, dass sich an diesem Abend befreundete Künstlerinnen und Künstler in der Galerie ein Stelldichein geben, um gemeinsam mit dem Galeristen zu feiern. Sehen und erleben Sie in den Räumen der Galerie, die weiterhin die Kunst von Petra Baral und Steffen Ost präsentiert, ihre ganz eigene Sicht der Welt.



 

Ulrike M. Dierkes liest eigene humorvolle und ernste Lyrik 


 

Ein Wortspiel formt aus der Familienbande die Familien-Bande und öffnet damit die Luke zu der Vielfalt von Abgründen, die darin liegen. Der Kugelkopf einer elektrischen Schreibmaschine – nur Ältere kennen so etwas noch – verübt Anschlag um Anschlag; die Anschläge werden zur Schlagzeile, diese zur Headline die pünktlich zur Deadline dann online geht. Hektik und Humor in der brotlosen Kunst der Schriftstellerei. Mit Selbstironie und scharf gewürzter Satire beschreibt die Lyrik und Prosa von Ulrike M. Dierkes unsere Zeit mit ihren Ecken und Kanten, ihren Widersprüchen und Liebenswürdigkeiten. Es ist kurzweilig und heiter dem Wolkenbruch – „haben Sie schon mal Wolken gebrochen? …“ – und dem Brief an einen Regentropfen, marinierten und anderen Texten zu lauschen.


 Übrigens: Der Eintritt ist frei.


Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

 

Ihr

 

Steffen Ost




Münster

Sieben Lachsalven




Sie sind alle Sieger - die Teilnehmer am Kabarettnachwuchspreis im Kreativ-Haus (v. l.):  Andreas Weber, Jörg Eggerts, Edda Liebermann, Christian Nachtigäller, Sandra Lüpkes, Ulrike M. Dierkes und Beate Trautner.

04. Juli 2007 | Quelle: Quelle: Münstersche Zeitung




Über Lebens-Künstler


Sind wir nicht alle,
mehr oder weniger
tolle Amateure,
die sich auf der
Bühne des Lebens
ein Stelldichein
geben?


Wo wir,
um besser zu sein,
als die anderen,
alles unversucht
lassen,
hervorzustechen.


Wir machen
Laufübungen,
mit denen wir
alle anderen
übergehen,
überholen


und Sprechtechniken
erlernen wir in
Schulen,


um andere zu
überstimmen
und zu übertönen.


Das Ziel:

Höher zu kommen
auf der Bühne des
Lebens,
auf die Bretter,
die die Welt bedeuten.



(Ulrike M. Dierkes, 1979)



Gewidmet dem Leiter des "Theater für 99" Koblenz, Klaus-L. Wagner,
der 1998 starb.




http://www.theater-fuer-99.de/

 
 
 

Nickname 11.09.2009, 17.28 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Rosenlyrik

Rose,
du Naturschönheit


 

Königin

im grünen Kleid

 Ausdruck
zarter Eleganz

 

Dir allein gilt
Elfentanz

 

wenn aus Gräsern
Nebel steigen


 

erste Elfen sich
verneigen

 

Dich mit Frische
zu benetzen
Diademe aufzusetzen

Perlen
Schimmer

 

leicht wie Tau
im sommerlichen
Morgengrau

 


Dreht sich alles
ums Famose
Dasein einer
stolzen Rose.



(Ulrike M. Dierkes)
 
 

Nickname 19.04.2009, 21.01 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Lyriksammlung

Nickname 01.10.2008, 15.55 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Vollmondnacht - Sternschnuppen


 


Sternschnuppen

Wünsche,

 

 

Gebündelt und gesammelt

am nachtblauen Himmel

ausgeschüttet wie von Zauberhand

aus einer Wundertüte.

 

 

Ein greifbar nahender

 Glitzerregen,

 

 

so nah und doch so unfassbar

wie der Augenblick 

blitzschneller Gedanken,

 

 

gepaart mit dem Wunsch

an das Glück.

 

 

 

Ein Augenblick,

so kurz wie ein Wimpernschlag

 und doch lang genug,

 

 

 

die Einladung des Himmels

zu einem freien Wunsch

als Chance zu ergreifen

und eine Liebeserklärung

 an die Zeit

auf den Weg zu bringen.

 

 

 

Blitzschnell nehmen die Gedanken

Kontakt mit der Sternschnuppe

 im freien Fall auf,

 

 

 

ihrem Weg zum Glück als Flirt,

 

 

 

Gegenwart und Sehnsucht

gleichzeitiger Erfüllung,

Glück sprühend

voller neuer Ideen.


(Ulrike M. Dierkes, 2007)














Rose,
du Naturschönheit



Rose,
du Naturschönheit



 

Königin im grünen
Kleid


 

Ausdruck
zarter Eleganz


 

Dir allein gilt
Elfentanz


 

wenn aus Gräsern
Nebel steigen


 

erste Elfen sich
verneigen 


 

Dich mit Frische
zu benetzen
Diademe aufzusetzen



Perlen, Schimmer


 

leicht wie Tau
im sommerlichen
Morgengrau


 


dreht sich alles
ums Famose
Dasein einer
stolzen Rose.



 

(Ulrike M. Dierkes, 1996)










Ich bin

keine Rose

mit Dornen

 

 


nicht bescheiden

nicht sittsam

nicht rein

 

 

 

Kein

Schleierkraut

 

 

 

das sich

verhüllt

 

 

 

lass mich

dein Mohn

sein

 

 

Sei meine Sonne

die mich wärmt,

die sich

ans Gatter

lehnt

 

 

 

Wind,

Luftzug

&

Windstoss

 

 

 

Blatt für Blatt

entblättert er

 

 

 

mein Blätterwerk

mein Blumenkleid

 

 

 

Bau Mohn an

und ich

werde immer

 

 

 

bei dir sein

und dich

der Zeit

entführ´n

 

 

 

 (Ulrike M. Dierkes, 1986)

 










Dem Sommer entgegen



Auf dem Rasen
zwischen
Himbeerstrauch,
 Holzhaus und
Pavillon



genießen wir
 die Früchte
des Gartens
und der
Jahreszeit


Basilikum
auf
Tomaten


 Der Wind nimmt
einen
Hauch von Duft


Lauch aller Art


wir lassen
geeiste
Himbeeren
auf unseren
Zungen
zergehen


und


leere
Glasschalen
vom
Vanilleeis


stehen


Zauberei
ist,
wenn aus
Himbeerbonbons
Himbeereis
wird



und wir
drei Wünsche
frei haben



sobald sich
Sternschnuppen
wie kleine
Silberblitze


im Halblicht
des Sternenhimmels
fallen lassen


um jedem
einen Wunsch
zu erfüllen



da sitzen wir
wartend,
letzte Sätze redend
einen Augenblick
 und eine
Nacht reicher


 
in der stiller
werdenden

Sommernacht



nur der
Brunnen
plätschert
noch



dann ist es
still



still
kommt
die laue
Sommernacht



die
dunklen
Hecken werfen
Schatten



so wie die
Palmenblätter
in den
Terrakottatöpfen



die einzigen
Wesen, die noch
unterwegs sind


sind
Fledermäuse,
Glühwürmchen und
Sternschnuppen



im Schein
des Mondes.



Dann entfernen
sich auch unsere
Schatten


und erliegen
dem Schlaf
übermannt
von der Zeit



(Ulrike M. Dierkes, 2006)


 











Augenweide der Unendlichkeit


der Gelassenheit und Ruhe,

ohne Rahmen und Zeitvorgaben

entfaltet sie sich, die Natur

Gesetze beachtend, betrachtend

und trotzdem gebietet sie

unserer Liebe keinen Einhalt.

Auf der Wiese des Lebens

und der Liebe ist viel Platz

für unsere Gefühle.

Und sollten wir fallen

fallen wir weich in das Gras.

Gebettet in Liebe.



(Ulrike M. Dierkes, 21.04.2009)










     


Diese originelle "Lampertheimer Tasse" erhielt ich nach meiner Lesung aus meinem Roman "Melina´s Magie" im Rathaus Lampertheim Freitag, 13.03.2009


Hier der Pressebericht.pdf










Diesen lieben und frühlingshaften Blumengruß erhielt ich sehr zu meiner Freude nach meiner Lesung "Schwestermutter. Ich bin ein Inzestkind" Do., 26. Februar 2009, im Rahmen der Ausstellung "Opfer" der Polizeidirektion Oldenburg und Weisser Ring Oldenburg im Alten Landtag Oldenburg


RTL-Bericht über die Lesung




                                          





Immer dabei: mein Schreibtisch-Käfer



 


Nachricht des Jahres 2008:

Bundesverdienstkreuz an Ulrike M. Dierkes





Mit Gefühl - Nicht genug


Es genügt nicht, betroffen zu sein


Es genügt nicht, Mitgefühl zu haben


weder Beileid noch Mitleid taugen


Es genügt nicht,

nach dem Warum zu fragen


Es genügt nicht, nur zu fragen,


welche Farbe das Nichts hat


Das alles ist nichts, nicht genug


keine Genug-Tuung


und keine Wohl-Tat


Man muß sein Mitgefühl auch zeigen,


zum Ausdruck bringen


handeln!


(Ulrike M. Dierkes)


Presse









(K)ein unbeschrieb´nes Blatt


Papier ist geduldig
was ich von mir
nicht sagen kann.


Ich bin
(k)ein unbeschrieb´nes Blatt
lest das, was ihr wollt.


Ich habe viele Seiten


(K)ein leeres Blatt
ist vor mir sicher,
nur vor sich selbst.


Ich nehme
kein Blatt vor meinen Mund
(ent)blättere alles und nichts


und halte mich
dennoch bedeckt


Das Rauschen im Bläterwald
ist für mich wie das Rauschen
des Meeres.


Stille Wasser
sind bekanntlich
tief.


Möge meine Feder
vom Anfang bis zur Vollendung
der Wahrheit dienen


Reden ist Silber,
Schreiben ist hold,


(Ulrike M. Dierkes, 1999)








eines meiner ersten Gedichte





Nickname 22.09.2008, 22.10 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Sommerregen

Regentropfen


Das Wetter hielt sich
an die Vorhersage


es ergießt ich
als Regen
in einer Ansammlung
zahlreicher Tropfen
pünktlich über das Land


Ich hatte mich
niedergelassen
und schrieb,


in Gedanken
versunken,


einen Brief,


genauer gesagt
an einen der
Regentropfen


ich war sicher,


er würde mir schon
die Zeit vertreiben


und schrieb, den
herabfallenden
Regentropfen
zuhörend,


einen Brief,


während der Regen
mit seinem eigenen
Echo auf Blech
eine eigene Melodie
komponierte,


Kleine Wassermusik


als meine Gedanken,
Worte und Sätze
plötzlich von einem
herabfallenden Tropfen
auf mein
wasserfestes Blatt
getroffen und unterbrochen
wurden


Zuerst dachte ich



es sei eine Träne
und es hätte mich
gewundert,


wenn mich meine
eigenen Gedanken
zu Tränen gerührt
hätten


die das Blau
meiner Augen
widerspiegeln


dann sah ich,   

 

daß es viel mehr
als ein Tropfen


oder eine Träne

 

war

es war eine
Tintenfee
die sich auf
meinem wasserfesten




Papier
nieder ließ




ich schrieb weiter,
um sie herum




ich schrieb
das Graue
vom Himmel




und hoffte,
daß es blau
werden würde,




so blau
wie meine Augen
und die der
Tintenfee




(Ulrike M. Dierkes, 2007)

 

Nickname 14.07.2008, 22.55 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Sommernachtstraum

Sommer
Nachts
Traum


oder: Traumpublikum


Kühl kommt er daher,
leicht ungeschmückt

Grün, Himmelgrau, kühl
von kaltem Regen
weder Badegäste
noch Sonnenanbeter in Sicht,

Gänseblümchen, Hahnen-
fuß und Löwenzahn,
Margret’s Margarithen
Glockenblumen


mein Balkon trägt grünes
Zeug, statt Blüten beugt sich
kalte Luft über die Ballustrade,



kein Sonnenstrahl lehnt sich
aus dem Fenster, kein Liegestuhl
entführt in Träume während des
Mittagschlafs.



Zinnien bekennen keine
Farbe, selbst der Gesang
der Sommervögel lässt
Studentenblumen kalt,



so bin ich nie gewesen,
gelassen
abwartend, bis das Publikum,
geschlossene Gesellschaften,



den Glaspalast der Wortspiele
sichtlich bewegt, erinnernd, in
Gedanken versunken, bleibend



davonströmend, versinkend
seine Gedanken sortierend
ins Freie, in Freiheit verharrend



rettet, sich in die Lüfte begibt
auf und davon
um Schlüsselerlebnisse,



SchlüsselBlumen und (T)Räume,
Hotels, Schlösser und Burgen
hinter sich lassend, zu retten.



Alles, was zu retten geht.




(Ulrike M. Dierkes, 2006)

 

Nickname 14.07.2008, 22.44 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Sommer-Reden





Was Menschen im Sommer

so reden!



Neulich,
es ist eine Weile her,
sagte Jemand,
mit mir sei
nicht gut
Kirschen essen.

Dabei war
noch nie
Jemand
mit mir
Kirschen essen.

Mir fiel ein,
warum niemand
mit mir
Kirschen essen
gehen wollen würde...

Ich esse nämlich
immer
die Kirschkerne
mit!

Ich ignoriere
den Kern!

Ich schlucke
Zuviel!

Mir fiel ein,
daß ich mal
mit Jemandem

Oliven essen war

Plötzlich fragte der:
"Haben Oliven
keine Kerne?"

Ich sah ihn,
erstaunt an
und fragte:
"Haben Oliven
etwa Kerne?!"

Vorsichtig
nahm er
eine meiner
Oliven,
verschluckte sich
sagt seither:
mit mir sei nicht
gut Oliven essen!




(Ulrike M. Dierkes)
 
 

Nickname 23.06.2008, 19.52 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Schicksal

Schicksal



Dem Schicksal
ist es egal, ob
Sommer oder Winter
ist, 8 oder 28 Grad.


Es gestaltet sich
lediglich anders
paßt sich der
Jahreszeit an.

Mal wartet es
unten am Bach,
mal verschlingt dich
der Strom der Zeit.

oder es lauert
darauf, dich als
Hitzeschlag zu
treffen.


Es wartet
in der Kurve
oder auf
grader Strecke


unabhängig davon
ob du arm oder reich,
dumm oder klug
hübsch oder hässlich
bist.


Auf jeden Fall
ist es immer
zu spät,
noch etwas
hinzu zu fügen.




(Ulrike M. Dierkes, 1995)


 

Nickname 23.06.2008, 19.43 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Shoutbox

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Masato
Interessanter und unterhaltsamer Blog!
Lassen Sie sich nicht verbiegen!
Grüße!
20.3.2012-12:05
Alexandra.
Ich möchte nicht schleimen. Will Ihnen nicht sagen welche Bücher ich von Ihnen gelesen habe. Oder Sie bemitleiden. - Ich möchte Ihnen lediglich sagen, das ich es gut finde, das Sie existieren, leben & überlebt haben. Die Welt braucht Menschen wie Sie. - Menschen die den Mund auf machen. Lassen Sie ihn sich bitte niemals verbieten.

Liebe Grüße.
13.12.2011-13:23
Maria
Hallo Frau Dierkes!...gerade habe ich Ihr Buch zu Ende gelesen... Ich bewundere Sie sehr, für Ihren Lebensmut, dass Sie nie aufgehört haben zu kämpfen und ein Zeichen setzen! Da ich selber in der Nähe von Münster lebe, kann ich die Beschreibungen, Ignoranz und das Weggucken der Münsterländer, so gut nachvollziehen... Wie wunderbar, dass Sie immer an sich geglaubt haben!!!!!! Auf dass es mehr Menschen gibt, die sich trauen etwas zu sagen, nicht wegsehen,kämpfen und gewinnen.

Sie haben so viel getan und erreicht, ich wünsche Ihnen für alles weitere genauso viel Kraft, Mut und starke Menschen an Ihrer Seite!
Viele Grüße aus dem Münsterland, Maria.
8.11.2011-1:24
Andrea
Liebe Frau Dierkes

Ich kaufte Ihr Buch Schwestermutter vor paar Wochen, habe mir das Buch aber nicht gleich zum lesen hingelegt. Ich schätze, ich wusste warum.

Dieses Buch ist so schonungslos,"grausam" geschrieben, hinsichtlich dessen, was Inzestkinder und deren Mütter selbst heute noch, in unserer Ach so aufgeschlossenen Gesellschaft erdulden müssen... Ich brauchte 3 Anläufe bis ich Ihre Buch zu Ende lesen konnte. Es hat mich zutiefst betroffen gemacht. Ich bewundere aber auch Ihren Mut, Ihre Kraft und Durchhaltewillen, nicht unterzugehen,sondern für Ihre Rechte zu kämpfen. Ihr Recht zu leben, zu lieben und geliebt zu werden.

Frau Dierkes, ich wünsche Ihnen und Ihrer Stiftung alles erdenklich Gute, Kraft und Durchhaltewillen, all jenen zu helfen, die nicht soviel Lebensmut in sich tragen, wie Sie es in sich hatten und noch immer haben.

Liebe Grüsse aus der Schweiz, Andrea
7.7.2011-13:42
Isabella
Liebe Frau Dierkes!
Ich bin nicht durch Zufall auf ihr Buch gestoßen.
Vor etwa einem Monat erzählte mir meine Mutter, dass ich eine Schwester habe, die auch meine Tante ist. Als erste Reaktion habe ich Bücher zu dem Thema gesucht und bin sofort auf Ihres gestoßen.
Es hat mich wirklich sehr berührt und mir sehr weitergeholfen!
Vielen Dank!
19.10.2010-18:02