Herzlich Willkommen auf dem Autorenblog der Autorin

Ohne Tinte bin ich tot

 

Regentropfen

 

 
 
 
 

Das Wetter hatte sich
an diesem Sonntag
an die Vorhersage
gehalten


es ergoß sich
als Regen
in einer Ansammlung
zahlreicher Tropfen
pünktlich über das Land



 
Ich hatte mich
niedergelassen
und schrieb,
in Gedanken
versunken, einen
Brief auf geduldigem
Papier,


genauer gesagt
an einen der
Regentropfen,
in den ich mich
verliebt hatte,


nahm seine
Atmosphäre,
seine
Eintönigkeit und
Langeweile
gelassen hin


ich würde mir schon
die Zeit vertreiben
 
 
 


und schrieb, den
herabfallenden
Regentropfen
zuhörend,


meinen Brief,


 

während der Regen
mit seinem eigenen
Echo auf Blech
eine eigene Melodie
komponierte,


Kleine Wassermusik


 

als meine Gedanken,
Worte und Sätze
plötzlich von einem
herabfallenden Tropfen
auf mein
wasserfestes Blatt
getroffen und unterbrochen
wurden


Zuerst dachte ich
es sei eine Träne
doch es hätte mich
gewundert,


wenn mich meine
eigenen Gedanken
zu Tränen gerührt
hätten


die das Blau
meiner Augen
widerspiegeln

dann sah ich,
daß es viel mehr
als
ein Tropfen
oder eine Träne

war


es war eine
Tintenfee




die sich, auf
einem Regentropfen
reitend

auf
meinem wasserfesten


geduldigen
Papier
nieder ließ


eine Pause
eine blaue Pause
eine Blaupause
einlegte


ich schrieb weiter,
einfach
um sie herum
war noch genug
Platz


ich schrieb
das Graue
vom Himmel


und hoffte,
daß es blau
werden würde,


so blau
wie meine Augen
und die Tränen der
Tintenfee


 
 

(Ulrike M. Dierkes, 2007)


 

Nickname 29.03.2007, 20.00| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Lyrik

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Masato
Interessanter und unterhaltsamer Blog!
Lassen Sie sich nicht verbiegen!
Grüße!
20.3.2012-12:05
Alexandra.
Ich möchte nicht schleimen. Will Ihnen nicht sagen welche Bücher ich von Ihnen gelesen habe. Oder Sie bemitleiden. - Ich möchte Ihnen lediglich sagen, das ich es gut finde, das Sie existieren, leben & überlebt haben. Die Welt braucht Menschen wie Sie. - Menschen die den Mund auf machen. Lassen Sie ihn sich bitte niemals verbieten.

Liebe Grüße.
13.12.2011-13:23
Maria
Hallo Frau Dierkes!...gerade habe ich Ihr Buch zu Ende gelesen... Ich bewundere Sie sehr, für Ihren Lebensmut, dass Sie nie aufgehört haben zu kämpfen und ein Zeichen setzen! Da ich selber in der Nähe von Münster lebe, kann ich die Beschreibungen, Ignoranz und das Weggucken der Münsterländer, so gut nachvollziehen... Wie wunderbar, dass Sie immer an sich geglaubt haben!!!!!! Auf dass es mehr Menschen gibt, die sich trauen etwas zu sagen, nicht wegsehen,kämpfen und gewinnen.

Sie haben so viel getan und erreicht, ich wünsche Ihnen für alles weitere genauso viel Kraft, Mut und starke Menschen an Ihrer Seite!
Viele Grüße aus dem Münsterland, Maria.
8.11.2011-1:24
Andrea
Liebe Frau Dierkes

Ich kaufte Ihr Buch Schwestermutter vor paar Wochen, habe mir das Buch aber nicht gleich zum lesen hingelegt. Ich schätze, ich wusste warum.

Dieses Buch ist so schonungslos,"grausam" geschrieben, hinsichtlich dessen, was Inzestkinder und deren Mütter selbst heute noch, in unserer Ach so aufgeschlossenen Gesellschaft erdulden müssen... Ich brauchte 3 Anläufe bis ich Ihre Buch zu Ende lesen konnte. Es hat mich zutiefst betroffen gemacht. Ich bewundere aber auch Ihren Mut, Ihre Kraft und Durchhaltewillen, nicht unterzugehen,sondern für Ihre Rechte zu kämpfen. Ihr Recht zu leben, zu lieben und geliebt zu werden.

Frau Dierkes, ich wünsche Ihnen und Ihrer Stiftung alles erdenklich Gute, Kraft und Durchhaltewillen, all jenen zu helfen, die nicht soviel Lebensmut in sich tragen, wie Sie es in sich hatten und noch immer haben.

Liebe Grüsse aus der Schweiz, Andrea
7.7.2011-13:42
Isabella
Liebe Frau Dierkes!
Ich bin nicht durch Zufall auf ihr Buch gestoßen.
Vor etwa einem Monat erzählte mir meine Mutter, dass ich eine Schwester habe, die auch meine Tante ist. Als erste Reaktion habe ich Bücher zu dem Thema gesucht und bin sofort auf Ihres gestoßen.
Es hat mich wirklich sehr berührt und mir sehr weitergeholfen!
Vielen Dank!
19.10.2010-18:02