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Blogeinträge (themensortiert)

Thema:

Genug-Tat

Nicht genug


Es genügt nicht,
betroffen zu sein


Es genügt nicht,
Mitgefühl zu haben


Es genügt nicht,
nach dem Warum
zu fragen


Es genügt nicht,
nur zu fragen,
welche Farbe
das Nichts
hat


Das alles
ist nichts,
nicht genug


keine
Genug
Tuung


und keine
Wohl-Tat


Man muß
sein
Mitgefühl
auch
zeigen


zum
Ausdruck
bringen


handeln!


(Ulrike M. Dierkes, 2007)


 

Ulrike 12.02.2007, 23.45 | (0/0) Kommentare | PL

Stadtteil-Lyrik


Dunkelheit liegt über der Stadt,

über der Landschaft die Nacht, am
Himmel ihr Mond, Ampeln, Leuchten,



Reklame an Fassaden, Fenstern und
Gebäuden. Schatten bewegen sich wie
Silhouetten des Lebens, über Brücken



gehen Menschen in Mengen, überqueren
und überwinden Fremde auf gleichen Wegen,
bis zur Ankunft, allein, am Ziel.



Wieder einmal da, wo sie vielleicht gar
nicht hin wollten, wollten sie nicht
dahin, wo Menschen Menschen sind,



auch nach Feierabend?
Und jetzt sind wieder da, wo sie am
Morgen dieses Tages losgegangen sind.



(Ulrike M. Dierkes)


Ulrike 01.02.2007, 16.35 | (0/0) Kommentare | PL

Erinnerungen



Akte: Gel(i)ebtes Leben



Briefe
Dokumente


Bündelungen

der

Erinnerung



gefaltet
geheftet
geklebt



gehalten
von
Schleifen


gesammelt
sortiert
vergilbt
vergraut
verstaubt



Das Schöne
Das Schlimme
Das Entsetzliche


beantwortet
bearbeitet
beurteilt



geklärt
heißt nicht
gelöst



Balletschuhe
vom letzten Tanz
der Seele



Rosen


lachsfarbene
Zeichen


Sogar der Vergleich
Gestern Heute
schmerzt,



weil die Gegenwart
die Vergangenheit
zu beschönigen
versteht.



Die Bilder
zu
retuschieren
versucht.



Eine Maske

Ein Zweig.



(Ulrike M. Dierkes, 1995)


Ulrike 23.01.2007, 17.01 | (0/0) Kommentare | PL

Herz-Los






Herz-Los


Fassungslos


unbegreiflich
unfassbar
ungeschliffen


wie ein
roher Diamant


geschliffen
vom Leben


(m)ein Herz
das liebt,
braucht keinen
Wohnsitz


wenn Du
mein Herz
erreichen
willst,
schreibe
an
Wolke 7


wo die Luft
dünn ist
kühl und klar


mein Herz
schlägt


für Dich


und
stößt
an
Deine
Grenzen


behandle es
gut


halte es


aber
nicht
zu
fest


so
lange
es


schlägt


entfesselt
fällt es
tief



und manchmal völlig
aus dem Rahmen


im freien Fall
entfaltet
sich
meine Seele



wie ein
Fallschirm


um
den
Schmerz
aufzufangen


und
sanft

in der Realität

zu landen



(Ulrike M. Dierkes, 2007)


 

Ulrike 13.01.2007, 20.14 | (0/0) Kommentare | PL

Wunschlos

Wunschlos glücklich

 

hätte ich einen Wunsch
frei, wünschte ich mir,
dass alle Menschen gut
sind und entsprechend
handeln

 

hätte ich einen Wunsch
frei, wünschte ich große
Räume wie im siebten
Himmel meines Herzens,
in dem Engel & Feen und
viele Menschen Platz haben

 

hätte ich einen Wunsch
frei, wünschte ich einen
reich besetzen gedeckten
Tisch, an dem Menschen
Platz haben, aber kein Platz
ist für Intrige, Lüge, Verrat

 

wie gerne würde ich
aus Nichts und Trostlosigkeit
Wünsche Wirklichkeit
werden lassen.


Dass meine
Feinde wie Freunde
gleichermaßen zufrieden mein
Haus und meinen Tisch wieder
verlassen

 

sich Menschen, die
nicht lieben, auch nicht hassen,
sich nicht quälen,
wenn sich Wünsche nicht
erfüllen.

 

(Ulrike M. Dierkes, 2006)

Ulrike 19.12.2006, 14.33 | (0/0) Kommentare | PL

Lyrik Begegnung mit mir selbst

November

 
Begegnung
mit mir selbst
am Ende eines
Sommers, ich

 
Tausche
Sonnenblume
gegen blauen
Regenschirm

 
Der Herbst begrüßt
mich und er mahnt,
ich hätte immernoch

 
kein eignes Haus
im Sommer Schluss
Verkauf erstanden

 
Zum Auftakt kauf
ich Samt, statt
Seide.

 
keine Häuser
sondern Räume,
für Freunde,
Träume,
Herbstzeitlose

 
Tausche Sommer
gegen kühle Tage
lange kalte Nächte

 
Nackte Füße gegen
Schwere Socken
T-Shirt gegen Trench

 
Meine Seele wandert
in den Sommerstoffen
in die Kleider Kisten

 
träumen dort in Stoffen
schon vom nächsten
Sommer

 
Letztes Rendezvous
in Eis-Café, im ewig'n
Eis, Stille

 
In den Straßen
säumt die Dunkelheit
die Neben-Wege

 
Winterzeit, umsäumt
von Licht in leeren
Straßen

 
(Ulrike M. Dierkes, 2002)

Ulrike 04.11.2006, 12.07 | (0/0) Kommentare | PL

Unbeschrieb'nes Blatt

Unbeschrieb'nes Blatt


TAG.
Antriebsfeder.
Dummes Gesicht
- guter Eindruck -


Gute Mi(e)ne
zum bösen Spiel

kalte Duschen
und
warme Worte


Leben kommt auf


Tee. Telefon. Termin
Pflaster für Verletzungen
und gebrochene Herzen.


Ein Tag beginnt
ändert alles,
vergeht und endet


Versprecher
und
Versprechungen


Das Blattwerk
des Tages
Druck & Werk


ein guter Dichter
ist zeitlos
und bleibt ewig
Jungautor


Aufdeckung
Entdeckung
Enthüllung
Verdeckung
Verdienst
Verdrängung
Verewigung
Vertuschung
Vollendung

unvollendet


ein guter Dichter
ist
ein toter Dichter


lebendig
begraben
und zu
bestimmten Anlässen
ausgebuddelt
ausgegraben

neubelebt
wiederbelebt


erhellt
aber
vergilbt.


(Ulrike M. Dierkes, 2006)


 

Ulrike 14.09.2006, 11.34 | (0/0) Kommentare | PL

Aa-See





Wiedersehen
mit dem Aasee


Münster
Heimat
Stadt


21 °
Sonne
trockener Wind


Anfang,
erster
Augenblick
erste Station
meines Lebens


Drama
zwischen Dichtung
und Wahrheit

Annette
von
Droste-Hülshoff
Dichterin
zwischen
Biedermeier & Revolution


Engelstraße
Fahrradstadt
Friedenstraße


wenn
Engel
drehen

hält der Regen
seine Tropfen
an,
schickt Sonne


die Suche
nach der Wahrheit
führt in Wirklichkeit


über Brücken
Stege und Seen

über

Kopf
Stein
Pflaster


ein Blick zurück,
Rückblicke
ein Blick voraus,
Vorausschau


Mauern,
die schützen
egal auf welcher
Seite man steht


(Ulrike M. Dierkes, Aug. 2006)


Ulrike 24.08.2006, 22.00 | (0/0) Kommentare | PL

Alleen







Alleen.


Allein.
Allein
unter
Bäumen.
Hindurch.
Berichte
Boulevard
Botschaften
Bilder
Bücher
Landschaften
Nachrichten
Magazine
Morgengrauen
Reportage
Talk.Show
Diskussionen
Gespräche
Fetzen
fliegen
Wer spricht
mit wem
worüber?
Schlag-Zeilen
Einschalt-
Quoten
Queen
Abspann
Abschalten
Entspannen


(Ulrike M. Dierkes, 1997)


 

Ulrike 13.08.2006, 23.14 | (0/0) Kommentare | PL

Abschied


Gegangen


wohin auch immer

bleibst du
in unserer Erinnerung
lebendig, eine von uns


auch ein langer Weg
hat ein Ende

wir wissen nicht,
wie dein Weg

jenseits dieses Planeten
aussieht

aber eines Tages
werden auch wir
dies wissen
und dir folgen


und wenn er von Sonne
erhellt ist, vom Grün der
Hoffnung gefasst
umwölkt von himmelblauen
Wolken


wir sind gespannt
auf unser Wiedersehen
und erinnern uns
bis dahin an dich


(Ulrike M. Dierkes,
09. August 2006


Ulrike 09.08.2006, 11.14 | (0/0) Kommentare | PL

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Gabriele


Liebe Frau Dierkes,

nun habe ich >Schwestermutter< zu Ende gelesen und möchte sagen, dass mich gerade die letzten Seiten sehr bewegt haben. Das ist das persönliche Schicksal, es immer mit sich herum zu tragen - eine Lebensaufgabe, die man annehmen muss. Sie tun es auch stellvertretend und das finde ich sehr großartig. Ich fühle mich dadurch verbunden.-danke.

(G.F., 24.05.2020)



24.5.2020-18:36
Alexandra.
Ich möchte nicht schleimen. Will Ihnen nicht sagen welche Bücher ich von Ihnen gelesen habe. Oder Sie bemitleiden. - Ich möchte Ihnen lediglich sagen, das ich es gut finde, das Sie existieren, leben & überlebt haben. Die Welt braucht Menschen wie Sie. - Menschen die den Mund auf machen. Lassen Sie ihn sich bitte niemals verbieten.

Liebe Grüße.
13.12.2011-13:23
Maria
Hallo Frau Dierkes!...gerade habe ich Ihr Buch zu Ende gelesen... Ich bewundere Sie sehr, für Ihren Lebensmut, dass Sie nie aufgehört haben zu kämpfen und ein Zeichen setzen! Da ich selber in der Nähe von Münster lebe, kann ich die Beschreibungen, Ignoranz und das Weggucken der Münsterländer, so gut nachvollziehen... Wie wunderbar, dass Sie immer an sich geglaubt haben!!!!!! Auf dass es mehr Menschen gibt, die sich trauen etwas zu sagen, nicht wegsehen,kämpfen und gewinnen.

Sie haben so viel getan und erreicht, ich wünsche Ihnen für alles weitere genauso viel Kraft, Mut und starke Menschen an Ihrer Seite!
Viele Grüße aus dem Münsterland, Maria.
8.11.2011-1:24
Andrea
Liebe Frau Dierkes

Ich kaufte Ihr Buch Schwestermutter vor paar Wochen, habe mir das Buch aber nicht gleich zum lesen hingelegt. Ich schätze, ich wusste warum.

Dieses Buch ist so schonungslos,"grausam" geschrieben, hinsichtlich dessen, was Inzestkinder und deren Mütter selbst heute noch, in unserer Ach so aufgeschlossenen Gesellschaft erdulden müssen... Ich brauchte 3 Anläufe bis ich Ihre Buch zu Ende lesen konnte. Es hat mich zutiefst betroffen gemacht. Ich bewundere aber auch Ihren Mut, Ihre Kraft und Durchhaltewillen, nicht unterzugehen,sondern für Ihre Rechte zu kämpfen. Ihr Recht zu leben, zu lieben und geliebt zu werden.

Frau Dierkes, ich wünsche Ihnen und Ihrer Stiftung alles erdenklich Gute, Kraft und Durchhaltewillen, all jenen zu helfen, die nicht soviel Lebensmut in sich tragen, wie Sie es in sich hatten und noch immer haben.

Liebe Grüsse aus der Schweiz, Andrea
7.7.2011-13:42
Isabella
Liebe Frau Dierkes!
Ich bin nicht durch Zufall auf ihr Buch gestoßen.
Vor etwa einem Monat erzählte mir meine Mutter, dass ich eine Schwester habe, die auch meine Tante ist. Als erste Reaktion habe ich Bücher zu dem Thema gesucht und bin sofort auf Ihres gestoßen.
Es hat mich wirklich sehr berührt und mir sehr weitergeholfen!
Vielen Dank!
19.10.2010-18:02
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